Der Therapiebegleithund :)

Wochenbericht 27. 01. 2020 :)
27. Januar 2020
Wochenbericht :) 23. 02. 2020
23. Februar 2020

Der Therapiebegleithund :)

Heute möchte ich einmal über den Therapiebegleithund schreiben.
Immer wieder müssen wir die Menschen (bei der Öffentlichkeitsarbeit) über die Voraussetzung einen Therapiebegleithund auszubilden aufklären.

Eine junge Frau wollte sich melden um mit unseren ausgebildeten Hunden Einsätze zu machen, weil sie Hunde liebt. So funktioniert das natürlich nicht. Unsere Hunde sind nicht im Besitz des Samariterbundes, sondern unser „Privatbesitz“ und leben bei uns im Familienverband. Sie hatte sich vorgestellt, das die Hunde in einem Zwinger leben und jeder schnappt sich da einen Hund und geht auf Einsatz. (Arme Hunde). Ohne Urvertrauen zu einem Hundeführer geht da gar nichts!

Manche Menschen fragten auch wie viel wir da dabei verdienen. Natürlich nichts, da wir ehrenamtlich arbeiten.
Auch ob das Futter bezahlt wird. Nein, das Futter bezahlen wir.
Ob die Tierarztkosten der Samariterbund bezahlt. Nein, nicht einmal die jährliche tierärztliche Überprüfung der Einsatztauglichkeit. Da sind bis zu 3 Seiten auszufüllen. Kotproben abzugeben u.s.w.
Bei 2 Hunden ganz schön teuer!
Fahrtkosten werden auch nicht bezahlt.
Wenn wir alle Kosten die wir hatten (Hundekurs mit BH-Prüfung, Arztkosten u.s.w.) zusammenrechnen haben wir in einem Jahr bei 2 Hunden ca. 800,- Euro ausgegeben.
Also muss man da nicht nur engagiert sein, sonder auch Geld investieren.
Was der Samariterbund zur Verfügung stellt sind die Ausbildung zum Therapiebegleithund, die staatl. Prüfungskosten, die Uniform, einen Einsatzrucksack, eine Decke und die Kenndecke die der Hund tragen muss.

Prüfung: Es gibt auch einen Unterschied bei der Prüfung. Zuerst wird der Hund zum „Besuchshund“ geprüft. Diese Prüfung nimmt der Bundesverband des ASBÖ (Arbeiter-Samariterbund Österreich) vor.
Das kostet uns nichts. Mit dieser abgelegten Prüfung dürfen wir in Senioreneinrichtungen mit den Hunden gehen. Manche Hunde sind schon älter und legen nur mehr diese Prüfung ab. (Bei Kindern wären sie schon überfordert).

Und dann kommt die Prüfung bei der VedMed Uni, Messerli-Institut. Diese Prüfung ist teuer und die übernimmt auch der ASBÖ. Damit können wir mit unseren Hunden auch in Kindergärten und Schulen gehen.
Und diese Prüfung ist sehr, sehr streng. (Ich habe damals geschwitzt).

Und jetzt kommen wir zu der Voraussetzung die ein Hund mitbringen muss um überhaupt soweit zu kommen.
Grundsätzlich sind alle Hunde dazu geeignet. Also keine bestimmte Rasse sondern auch Mischlinge, Hunde aus dem Tierschutz u.s.w.

Der Hund sollte nicht kläffen oder bellen! Wir hatten einen Hund der pausenlos beim Training gebellt hat.
Also immer! Man verstand sein eigenes Wort nicht mehr und unsere Hunde wurden dadurch sehr unruhig.
Dieser Hund hatte wirklich alle fertig gemacht. So nett das Frauchen auch war und wir wirklich 5 Wochen zugehört haben, er musste gehen.

Der Hund sollte Ruhe ausstrahlen und nicht allzu nervös sein. Er sollte sich auch ins Rudel integrieren können.
Ein Hund musste gehen, da er sofort alle anderen Hunde verbellt und bösartig angeknurrt hatte und man ihn nicht von der Leine lassen konnte, sonst hätte er sich sofort auf die anderen Hunde gestürzt. Das ist natürlich unmöglich!

Wir lassen beim gemeinsamen Training bei Hunden die sich bedrängt fühlen genügend Abstand.
Benni und auch Ihno wissen jetzt sehr genau, dass man Luna einfach nicht am Hinterteil beschnüffeln darf. 🙂
Und jetzt sind sie sehr entspannt und Luna auch.

Natürlich müssen sich „Neuzugänge“ erst eingliedern und sich aneinander gewöhnen. Wir lassen ihnen sehr viel Zeit und gemeinsame Spaziergänge am Sonntag unterstützen dieses Kennenlernen. Ohne Leine frei laufend, sieht die Welt ganz anders aus.

Leider gibt es auch Hunde die sehr ruhig wirken, aber nicht sind. Kein Bellen, keine Regung.
Ein Fall gab mir zu denken und ich war sehr dafür, dass dieser Hund nicht ins Rudel aufgenommen wird.
Es spricht nichts dagegen, dass wie bei Luna, der Hund einmal knurrt, wenn man ihm zu nahe kommt, oder er nicht spielen will. Jeder sozialisierte Hund kapiert das sehr schnell und trollt sich.  Aber dieser Hund war sofort auf Angriff programmiert. Äußerlich ruhig aber wehe! Wenn Herrchen nicht den Hund gehalten hätte, wäre das böse ausgegangen zumal dieser Hund der größte und schwerste war. Ein Cane Corso. Und pausenlos an der Leine gehalten werden musste. Ein Freilauf mit unseren Hunden unmöglich. Ein Cane Corso ist kein Listenhund! Er sollte wirklich sehr gut erzogen werden. Aber dieser Hund war für mich unberechenbar und ich hätte nicht mehr mittrainiert! Dieses Risiko war mir zu groß!

Der Hund sollte sehr zugänglich sein und Menschen mögen. Ob groß oder Klein!
Er sollte auch Lärmresident sein um im Idealfall bei Öffentlichkeitsarbeiten mitmachen zu können. (Donauinselfest u.s.w.) Und auch nicht ängstlich werden, wenn in einer Senioreneinrichtung einmal gerufen oder geschrien wird. Manche Senioren merken das nicht einmal, dass sie laut sind.
Er sollte auch keine Angst vor Rollatoren, Krücken, Stecken und Rollstühle haben.
Aber das wird selbstverständlich alles trainiert.
Und er sollte sich gerne streicheln lassen. Auch von fremden Menschen. Sonst hätte die ganze Ausbildung ja keinen Sinn.

Wann kann man mit dem Training beginnen? Je früher desto besser.
1 mal in der Woche ist Training. Da können schon die jüngsten Hunde mitmachen. Sie dürfen als „Therapie-Begleithund in Ausbildung“ mit einem geprüften Hundeteam in Einrichtungen mitgehen. Da bekommen sie, so wie Benni und Ihno (vor der Prüfung) eine Kenndecke die sie als Anwärter ausweist.

Vor dem 2. Lebensjahr des Hundes darf keine Therapiebegleithundeprüfung abgelegt werden.
Vorher muss auch eine  positiv abgelegte BH-Prüfung (Begleithundeprüfung) vorgewiesen werden.
Was habe ich noch vergessen?
Ach ja, der Hundeführer muss auch einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, der „etwas“ länger dauert als die beim Führerschein. War super spannend und wir haben sehr, sehr viel gelernt. Ja Zeit muss man sich da schon nehmen.

Und selbstverständlich muss auch der Hundeführer geschult werden. Ist nicht so einfach 45 Minuten zu referieren, wenn man das nicht gewohnt ist. Unsere Organisation vorstellen und das Interesse am Einsatz aufrechterhalten.
Gibt nichts ärgeres, als dass die alten Menschen einschlafen oder die Kinder zu tratschen anfangen, weil es schon fad wird. 🙂
Wie gehe ich mit Klienten um, die schon sehr alt sind und sich nicht mehr viel Bewegen können. Wie vermittel ich den Kindern (Interesse wecken) den Umgang mit Hunden und was man bei der Anschaffung eines Hundes beachten muss.
Und wie kann ich mit meinem Hund den Klienten Freude bringen? Wenn man kleine Kunststücke vorführt. (z.B.: durch Reifen gehen, Schnüffelteppich, Gehorsamübungen u.s.w.)
Man bekommt am Ende des Einsatzes auch einen Feedbackbogen den die Lehrer oder Betreuer ausfüllen müssen.
Bis jetzt hatten wir immer hervorragende Bewertungen!
Wie bringe ich den Hunden Tricks bei? Mit viel, sehr viel Geduld! Herrli hat diese Geduld.
Nur bei 2 Hunden ist das extrem schwer. Manches mal (eigentlich immer) sind sie sich gegenseitig im Weg.

Es ist ein „hartes“ Training zu Hause. 🙂 Vor allem weil sie dafür pausenlos Leckerlis bekommen. 🙂
Herrli trainiert täglich 10-15 Minuten mit den Beiden und sie sind mit Eifer dabei. 🙂 Besonders Benni, der „Gierschlund“. 🙂

Ich hoffe ich habe jetzt nichts vergessen und alle Fragen beantwortet.

Und nun wieder Fotos:

Wir üben 🙂 Ausnahmsweise in Uniform

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bin ich heute müde, aber sehr aufmerksam 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Überreichung des Dekretes für den Besuchshund und den Ausweis zum Therapiebegleithund:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch immer müde 🙂 Und Isi unsere Jüngste 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So kann man auch sitzen 🙂 Ihno:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Benni:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10 kg Leckerli fürs Üben :): Wie lange reicht das?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wieder ein Sonntagsausflug mit einigen von unserem Team:
Ihno sitzt bei Jimmy 🙂

 

Benni am Morgen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wieder Formationstraining und Gehorsamsübungen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das war es wieder für heute 🙂

 

Nächstes Tagebuch am 23. Februar 2020

 

 

 

 

 

 

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